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Vom Stadionsitz zur Dauerkarte

Pressemeldungen

In der Produktion von PAV Card kommen regelmäßig ressourcenschonende Rohstoffe zum Einsatz: Karton, Holz und recycelter Kunststoff. „Dass Karten aus einem konkreten Gebrauchsgegenstand entstehen, war aber auch für uns eine Premiere“, erklärte Dierk Früchtenicht, Entwicklungsleiter bei PAV. Dass der Weg des verwendeten Rohstoff vom ursprünglichen Wirkungsort wieder dorthin zurück findet, macht das Projekt zu etwas ganz Besonderem.

Vom Stadion ins Stadion

Aus dem Rostocker Ostseestadion stammen 341 Sitzschalen und 324 Rückenlehnen, die nicht mehr zu reparieren waren. Mit einem Gesamtgewicht von rund 200 Kilogramm bilden sie die Grundlage für die Herstellung der Dauerkarten der kommenden Spielzeit 2026/26 von Hansa Rostock.

Ein Vorteil der Sitze stellte sich als Nachteil bei der Verarbeitung heraus: ihre Langlebigkeit. Beim eingesetzten Material handelt es sich um Polyamid 6 (PA 6), das im Stadionbau aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit gegenüber Witterungseinflüssen und mechanischer Belastung verwendet wird. Es ist eigentlich nicht dafür gemacht, mit anderen Werkstoffen verbunden zu werden. Darin lag auch die größte Herausforderung bei der Kartenproduktion, so Dierk Früchtenicht.

Dauerkartenproduktion als Mannschaftssport

Bevor das Material bei PAV ankam, waren viele Arbeitsschritte nötig. Zunächst mussten die Sitze von Hansa Rostock aussortiert und gereinigt werden. Im Institut für Polymer- und Produktionstechnologien (IPT gGmbH) an der Hochschule Wismar wurden sie anschließend zerkleinert, analysiert und mit speziellen Additiven versetzt, um die Weiterverarbeitung sicherzustellen. Die ebenfalls in Wismar angesiedelte LOWAPOL GmbH übernahm unter anderem die Herstellung der Kernfolie sowie vorbereitende Arbeiten für die Produktion.

Bei PAV Card wurden die Dauerkarten für Hansa Rostock schließlich im sogenannten Sandwichprinzip gefertigt, bestehend aus fünf Schichten: außen zwei Overlay-Schichten zum Schutz, dazwischen zwei Drucklagen und innen der Kern aus dem recycelten Sitzmaterial. Die einzelnen Schichten werden unter Hitze und Druck verpresst und anschließend ausgestanzt.

Die Produktionskapazität liegt bei etwa 10.000 Karten pro Stunde. Die erforderlichen 16.700 Dauerkarten waren daher – nach dem aufwendigen, monatelangen Vorbereitungsprozess – im Handumdrehen fertig.

Den Fans wurden die neuen, nachhaltigen Dauerkarten am 11. April im Rahmen der Stadionshow vorgestellt – unter Beteiligung des gesamten Entwicklungsteams. Ein gutes Omen: Das anschließende Heimspiel gegen SSV Ulm 1846 endete 5:1.

Foto: Hansa Rostock

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