Der Aufstieg digitaler Dienste, wie zum Beispiel die Online-Rechnung, ist ungebremst. Fast vier von zehn Unternehmen verschicken Rechnungen als Dateianhang in E-Mails. Die große Mehrheit der Befragten (80 Prozent) erhofft sich hierdurch Einsparungen bei Material und Porto. Darüber hinaus erwarten insbesondere kleine Unternehmen eine schnellere Bezahlung durch den Versand in elektronischer Form. Dagegen sehen Mittelständler positive Auswirkungen bei der Umweltbilanz. Die Erwartungen an ein besseres Image und die Steigerung der Kundenzufriedenheit finden sich auf den hinteren Plätzen. Dies geht aus einer aktuellen Studie des ibi research hervor.
Doch was will der Verbraucher wirklich, und wie wirkt sich die Digitalisierung auf das Marketing aus?
Der Rechnungsversand ermöglicht Unternehmen dem Kunden neue Produkte und Dienstleistungen in Form von Werbebeilagen effektiv zu präsentieren, da die Aufmerksamkeit beim Öffnen der Rechnungspost steigt. Der Versand elektronischer Rechnungen bedeutet jedoch häufig, dass der Absender auf zusätzliche Werbung verzichtet. Der Grund: Die Schaltung webbasierter Werbeinhalte, wie zum Beispiel auf speziellen Portalen zum herunterladen der Rechnung, erfordert umfangreiches IT-Know-how. Zudem wirken eingebettete unterpersonalisierte Online-Anzeigen oftmals abstoßend auf den Rechnungsempfänger. Dies gilt auch für Hinweise, wie „Die Werbung ist nicht Bestandteil der Rechnung und kann in der Druckansicht abgeschaltet werden ….“. Der falsche Umgang mit entsprechenden Werbeinhalten beeinflusst somit auch die Kaufentscheidung des Kunden. Eine Umfrage des Chief Marketing Officer (CMO) Council belegt, dass von mehr als 90 Prozent der Verbrauchern, die elektronische Post mit Verbraucherinformationen abbestellen, sich fast die Hälfte der Empfänger für eine andere Marke entscheiden.
Zwar schneidet „Rechnungs-Werbung“ über den traditionellen Postweg beim Verbraucher oftmals nicht besser ab, jedoch eröffnet sie für die Mehrheit der Unternehmen einen einfachen und effektiven Weg der Kundenkommunikation. Nicht zuletzt deshalb, weil die hierfür benötigte Infrastruktur, wie ein Kopierer und die Postabteilung, in der Regel vorhanden ist.
Dürfte der Kunde wählen, würde mehr als jeder Zweite Werbeangebote als traditionelle Postsendung bevorzugen. Die Akzeptanz gedruckter Werbebeilagen steigt mit deren Umweltfreundlichkeit. Eine große Mehrheit der Kunden (73 Prozent) wäre bereit, Print-Werbung zu erhalten, wenn diese recycelbar oder Teil eines Nachhaltigkeitsprogramms ist. Umweltengagement kann gegenüber dem Verbraucher über verschiedene Wege kommuniziert werden. So zum Beispiel durch den Druck der Unterlagen auf FSC zertifiziertem Papier. Die FSC-Zertifizierung garantiert, dass entsprechend gekennzeichnete Holz- und Papierprodukte nicht aus dem Raubbau der Natur stammen, sondern verantwortungsvoll und umweltschonend produziert wurden. Der Forest Stewardship Council (FSC) wird von Unternehmen und Umweltorganisationen, wie dem WWF, NABU und Greenpeace unterstützt. Der positive Effekt: Das Image und die Umweltbilanz werden verbessert.
Darüber hinaus werden gedruckte Werbebeilagen vor allem bei jungen Zielgruppen verstärkt wahrgenommen, wenn diese interaktiv gestaltet und eine Verbindung zu Online-Inhalten, wie zum Beispiel Augmented-Reality-Anwendungen aufweisen. Hier können insbesondere Kunden und Verbraucher im Alter zwischen 18 bis 50 Jahren mit einer Affinität zu mobilen Endgeräten als primäre Zielgruppe verstanden werden. Sie legen besonderen Wert darauf, sich vor dem Kauf genauestens über die Eigenschaften eines Produktes und Empfehlungen durch Institutionen ausführlich zu informieren. Unternehmen, die entsprechende Applikationen anbieten, werden in der Regel als innovativ und kundenorientiert wahrgenommen.
Deshalb gilt auch beim Rechnungsversand: Der crossmediale Mix macht´s!
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